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Covid-Test

Wissenschaftlich sinnlose Massentests

Die Slowakei hat es vorgemacht, Südtirol nach und auch Österreich muss bei den Massentests dabei sein. Sebastian Kurz schürt neue Hoffnung auf weitere Lockerungen und verweist dabei direkt auf die Massentests, als ob diese das Infektionsgeschehen beeinflussen würden. Das erweckt einen falschen Eindruck, was Massentests können und was nicht.

Wobei die Unklarheiten schon bei der Frage beginnen, was genau einen Massentest ausmacht. In Österreich wird von Massentests gesprochen, bei denen die gesamte Bevölkerung einmal getestet wird. In der Forschung werden aber auch viele Screening-Programme, wie in Altersheimen oder Krankenhäusern, als Massentests gesehen. Auch freiwillige Tests für alle, wie sie etwa für COVID-19-Kontaktpersonen oder Personen mit Symptomen angeboten werden, werden im internationalen Vergleich[1] als Massentest kategorisiert. Die Frage ist also nicht, ob wir jetzt Massentests durchführen – denn das machen wir damit ja schon. Die Frage ist viel eher: Welche Art von Massentest wird durchgeführt?

Sebastian Kurz setzt auf freiwillige Tests der gesamten Bevölkerung. In der Slowakei mussten Personen ohne negativen Testbescheid zwei Wochen lang in Quarantäne bleiben, trotzdem nahmen dort nur 65 Prozent der Bevölkerung an den Tests teil.[2] Aber Massentests bringen nur einen hohen Erkenntnisgewinn, wenn möglichst viele Menschen teilnehmen – dann ist der Informationsgewinn für den Staat am größten. Denn je mehr Menschen teilnehmen, desto höher ist die Zahl der bisher potenziell unentdeckten Infizierten, die gefunden wird.

Wohlgemerkt: Die so gefundenen Zahlen können nur eine Momentaufnahme darstellen. Ziel eines Massentests dieser Art wäre es also, innerhalb möglichst kurzer Zeit die gesamte Bevölkerung zu testen, denn schon am nächsten Tag kann ein Ergebnis aufgrund der Krankheitsentwicklung anders aussehen. Um das zu schaffen, müsste in Österreich 15 Tage lang durchgängig an 1.000 Stationen getestet werden.[3] Eine derartige Abwicklung würde allerdings noch weitaus mehr Ressourcen und Abstimmung benötigen, als in Österreich zur Verfügung stehen. Entgegen der Aussagen der Regierung sagt das Ergebnis eines Massentests nichts über die Wirkung von Maßnahmen aus, nur über den aktuellen Infektionsstand. Wie viele Personen einen schweren Krankheitsverlauf haben werden oder wie viele komplett symptomfrei sind, kann nicht eruiert werden – dafür müssten die Gesundheitsämter engen Kontakt mit den Patienten aufnehmen und das soll bei den Massentests nicht passieren.[4]

Selbst eine Momentaufnahme muss aber stimmen, damit die Erkenntnisse genutzt werden können. Wobei dafür die Art der Tests ein Problem darstellt. Die verwendeten Antigen-Tests haben eine niedrigere Spezifität als andere Tests. Positive Tests müssen mittels eines genaueren PCR-Tests überprüft werden, weil Antigentests auch negative Personen positiv auf das Virus testen.[5] Der Kontrolltest reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit falsch positiven Testergebnissen überflüssigerweise in Quarantäne geschickt werden.

Gleichzeitig haben die Antigentests auch eine niedrigere Sensitivität als PCR-Tests, viele der positiven Personen, bekommen also ein negatives Testergebnis. Für ein positives Testergebnis benötigen Antigentests nämlich eine sehr hohe Virenbelastung und die kann aufgrund der niedrigen Sensitivität nicht immer von Antigentests entdeckt werden. PCR-Tests dagegen entdecken eine Infektion schon bei geringerer Virenbelastung. Die falsch negativen Ergebnisse der Antigentests können aber dazu führen, dass infizierte und wahrscheinlich ansteckende Menschen ruhigen Gewissens sozialen Kontakten nachgehen und mehr Leute anstecken. Nicht unwahrscheinlich, Personen mit negativem Testergebnissen halten sich weniger an die Sicherheitsmaßnahmen, als Menschen, die ihren Gesundheitsstatus nicht kennen.

Um falsche Testergebnisse zu reduzieren und ein genaueres Bild der Lage zu erhalten, empfehlen Studien deshalb regelmäßige Tests.[6] Wichtig ist es dabei, auf Risikogruppen und Menschen mit viel Kontakt zu anderen zu achten. Medizinisches Personal oder Pflegekräfte, die selbst durch den Umgang mit Patienten gefährdet sind und gleichzeitig andere Patienten oder vulnerable Personen anstecken könnten, sollten öfter getestet werden. Dadurch könnten die Infektionen in Alten- und Pflegeheimen reduziert werden – eine dringend nötige Maßnahme, immerhin waren 40 Prozent der an Covid verstorbenen Personen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.[7]

Die regelmäßigen Tests wären auch eine Lösung für Lehrer oder Kindergärtner, die durch asymptomatische Kinder leichter angesteckt werden können oder im Falle einer Infektion gleich eine ganze Klasse und damit viele Familien gefährden. Für einige Berufsgruppen sollten also regelmäßige Tests durchgeführt werden, bei Antigentests werden drei Tests die Woche empfohlen, bei PCR-Tests genügen zwei Tests die Woche[8].

Die ein oder zweimaligen Tests der gesamten Bevölkerung haben nämlich im Gegensatz dazu de facto keinen wissenschaftlich bestätigten Erkenntnisgewinn. Auch die Slowakei hat weitere Runden von Massentests doch ausgeschlossen. Denn die haben nicht wie erhofft zu einem Absinken der Infektionszahlen geführt, dieses ist eher auf den vorhergehenden Lockdown zurückzuführen. Ein Effekt, der sich in Österreich genauso wiederholen könnte. Statt weiterer Massentests will die Slowakei sich bei regelmäßigen Tests jetzt auf gefährdete Bevölkerungsgruppen konzentrieren und damit an die Empfehlungen der Wissenschaft halten. Eine Vorgehensweise, die die österreichische Regierung auch endlich in Erwägung ziehen sollte.

 

[1] https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/covid-19-population-wide-testing-country-experiences.pdf

[2] https://orf.at/stories/3191405/

[3] https://www.diepresse.com/5900353/uni-graz-massentests-in-osterreich-wurden-monate-dauern

[4] https://kurier.at/politik/inland/anschober-kein-vollstaendiges-contact-tracing-nach-massentests/401108148

[5] https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.11.12.20230292v1

[6] https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.06.22.20136309v3

[7] https://kurier.at/chronik/oesterreich/massiver-anstieg-an-covid-toten-in-pflegeheimen/401102196

[8] https://osf.io/hyd4r/

 

Das 3,5%-Pensionsgeschenk

Das 3,5%-Pensionsgeschenk

Auch heuer werden die „kleinen Pensionen“ besonders erhöht. Anstatt der gesetzlich vorgesehenen 1,5% werden alle Pensionen bis EUR 1.000 um 3,5% erhöht. Da kann man doch nicht dagegen sein? Doch, kann man. Von dieser besonderen Pensionserhöhung – oder Pensionsgeschenk – profitieren eine Million Menschen. Doch davon sind nur 200.000 finanziell bedürftig und beziehen eine Ausgleichszulage. Denn nicht jeder, der eine kleine Pension bezieht, ist arm. Die anderen 800.000 haben oft noch andere Pensionsbezüge und stehen finanziell häufig relativ gut da. So erhalten z.B. 40.000 Vorarlberger eine Pension aus der Schweiz oder aus Liechtenstein. Wenn solche Personen in ihrer Berufslaufbahn z.B. 10 Jahre in Vorarlberg und 30 Jahre in der Schweiz gearbeitet haben, ist die österreichische Pension natürlich klein. Die wird aber jetzt um 3,5% erhöht. Wer 40 Jahre in Österreich gearbeitet hat, bekommt diesen Vorteil nicht.

Ebenso haben mehr als 200.000 Menschen, mehrheitlich Deutsche, nur einige Jahre in Österreich gearbeitet, verbringen aber die Pension wieder zuhause. Auch sie erhalten nur eine sogenannte „Rumpfpension“ für ihre österreichischen Jahre, die jetzt mit 3,5% aufgewertet wird. Ob diese Personen daneben eine weitere Pension aus ihrem Heimatland beziehen und die besondere Erhöhung aus Österreich sozial gar nicht bräuchten, wird nicht überprüft. Den sozialen Bedarf überprüft die Pensionsversicherung nämlich nur bei den 200.000 Ausgleichszulagebeziehern. Daraus ergibt sich, dass diese außertourliche Pensionserhöhung mehrheitlich gar nicht treffsicher ist, nicht bei den Bedürftigen ankommt, sondern mit der Gießkanne verteilt wird.

Völlig ausgeblendet wird auch, wer solche zusätzlichen Pensionserhöhungen finanziert: Das sind die Arbeiter, Angestellten und Unternehmer. Sie erleben aber auf Grund der Corona-Krise massive Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder Umsatzeinbrüche. Und wer das Glück hat, seinen Job zu behalten, muss mit viel kleineren Erhöhungen Vorlieb nehmen: Die Metaller erhalten gerade eine KV-Erhöhung von 1,45%. Aber genau diese Personengruppe muss jetzt eine Erhöhung von 3,5% für die Pensionisten stemmen. Fair ist das nicht.

Natürlich bringt ein Pensionsgeschenk Wählerstimmen. Österreich hat mehr Wähler über 70 als unter 30 Jahren. Doch das ist kurzsichtig. Denn ein gutes Sozialsystem kann nur bestehen, wenn die Balance zwischen den Beitragszahlern und den Leistungsbeziehern stimmt. Wenn aber die Erwerbstätigen, die von der Corona-Krise massiv betroffen sind, für die Pensionisten mit ihren sicheren Einkommen nochmal extra in die Tasche greifen müssen, geht die Balance verloren.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Portal gsi-news.at

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